Forschungsprojekt SynArea

Ein innovatives Konzept zur Verkehrserschließung suburbaner und ländlicher Regionen

Das im März 2015 abgeschlossene Forschungsprojekt SynArea zeigt mögliche Zukunftslösungen für Mobilität im suburbanen und ländlichen Raum auf. Die Grundidee des Projekts ist die Konzentration des öffentlichen Verkehrs auf regionale Hauptrouten mit konsequenten, dichten Takten und optimierten Anschlüssen. Ergänzt wird dies durch die vollständige Erschließung des Siedlungsraums mit einer Kombination aus einem flächendeckenden Leihsystem für koppelbare Elektroleichtfahrzeuge.

Userzentrierte Innovation und Design

Zielgruppendefinition und Konzept-Test

Die Zielgruppensegmentierung und -beschreibung wurde von unserem Projektpartner ÖBB gemacht. Diese bildeten die Basis für qualitative Tiefeninterviews in den ausgewählten Zielgruppen und zur Konzeption des maßgeschneiderten Angebotes (Zielgruppen Targeting und Positioning). Neben Fragen zum aktuellen Mobilitätsverhalten wurden anhand einer schematischen Konzept-Vorstellung sowie einem teilstandardisierten Fragebogen Bedürfnisse und Motive erhoben, unterschiedliche Use-Cases sowie die subjektive Wichtigkeit unterschiedlicher Funktionalitäten abgefragt. Die User Insights dienten als Grundlage für die Angebotsentwicklung. Zudem hat Spirit Design ein Initial Design für das Fahrzeug erstellt.

 

 

Das im Rahmen unseres Projektes entworfene Mobilitätsangebot SynArea ermöglicht eine Reduktion des Individualverkehrs und bietet auch Menschen ohne eigenen PKW wesentlich mehr Fahrtmöglichkeiten. Das ist möglich, weil die Leihfahrzeuge speziell für ländliche Regionen und Zielgruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen zugeschnitten sind. So hängt die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs von der Lenkberechtigung des Nutzers ab. Bei Bedarf können auch mehrere Fahrzeuge zusammengekoppelt werden. Die Aufteilung zwischen Öffis, Leihfahrzeugen und Individualverkehr ist so optimiert, dass die Vorteile jedes Bausteins bestmöglich genutzt werden können.

Einsatz Beispiel

Eine Pendlerin aus Rauchenwarth im nördlichen Wiener Becken, die in Wien arbeitet, hat jetzt eine stündliche Busverbindung zu einer U-Bahn-Station. Der letzte Bus nach Rauchenwarth fährt aber bereits um 18:10 Uhr. Daher nutzt sie oft ihr Auto für den Arbeitsweg. Nach der Umsetzung von SynArea bleibt die Fahrzeit zu den Stoßzeiten gleich, der Bus fährt nun exakt im Stundentakt als Zubringer zum REX-Zug nach Gramatneusiedl. Bleibt sie länger in Wien, fährt sie mit dem REX-Zug nach Gramatneusiedl und leiht sich eines der am Bahnhof bereitstehenden SynArea-Leihfahrzeuge aus, mit dem sie bis zur Leihstation in Rauchenwarth fahren kann. Aufsperren und Ausleihen funktioniert mittels Bankomatkarte, die Fahrt mit dem Leihfahrzeug ist bereits in ihrer Jahreskarte inkludiert.

Gemeinsame Forschungskooperationen im Bereich Future Mobility

Das Forschungsprojekt wurde im FFG-Programm „Mobilität der Zukunft“ gefördert und im Konsortium durchgeführt. Initiative und Leitung des Forschungsprojekts lagen bei unserem Projektpartner, der ÖBB Personenverkehr AG, die das Mobilitätsangebot entworfen und die wirtschaftliche Gesamtbewertung durchgeführt hat. Weitere Projektpartner waren AMSD (technische Konzeption der Fahrzeuge und Leihstellen, Ermittlung von Anschaffungs- und Betriebskosten), komobile (Modellierung Verkehrsnachfrage) und VSI/TU Graz (Simulation Unfallgeschehen und Straßenverkehr).