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„Ein Ox statt eines Ochsen“

Spirit Design konzipiert Leichttraktor für Entwicklungsländer

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14. Nov 2011

Das Wiener strategische Designunternehmen Spirit Design hat eine Studie eines innovativen landwirtschaftlichen Arbeits- und Transportfahrzeuges für Kleinbauern in Entwicklungsländern vorgestellt. Der „Ox“ genannte Kleintraktor soll mit Biogas angetrieben werden und so den Bauern ermöglichen, autark Landwirtschaft zu betreiben sowie ihre Produktivität zu steigern. An dem Projekt sind die TU Wien und die Universität für Bodenkultur beteiligt.

Wien, 14. November 2011; Spirit Design entwickelte die Studie eines kostengünstigen Traktors für Kleinbauern in Entwicklungs- und Schwellenländern: Im Rahmen des proTrans-Förderprojektes „Automotive Design Center“ wurde ein strategisches Design- und Engineeringkonzept ausgearbeitet. In einer zweiten Stufe geht es nun um die Entwicklung einer Feasibility-Studie für das Antriebssystem, die Infrastruktur und die Darstellung eines Businessmodells. Danach soll das Projekt mit namhaften Entwicklungspartnern aus der Industrie umsetzungsfertig ausgearbeitet und mit Entwicklungshilfeorganisationen realisiert werden.

Antwort auf globale Herausforderungen

Der innovative Kleintraktor namens Ox ist abgestimmt auf die folgenden Megatrends in der globalen Landwirtschaft:

  • Die Produktivität muss sich vervierfachen, um die Weltbevölkerung zu ernähren.
  • Produktivitätssteigerungen durch Maschineneinsatz sind für die meisten Kleinbauern aber bisher nicht möglich; Anschaffungs- und Betriebskosten sind zu hoch.
  • 85% der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft von Entwicklungsländern und Emerging Countries sind Kleinbauern.
  • Das Segment der Kleinbauern wird unzureichend bedient, es gibt einen Trend zu immer    größeren landwirtschaftlichen Maschinen.

Mit dem Projekt Ox schließt Spirit Design diese Marktlücke und liefert gleichzeitig eine Lösung für die Herausforderungen in der landwirtschaftlichen Entwicklungspolitik. Das Antriebskonzept des Ox basiert auf Biogas, das in dezentralen Anlagen in dörflichen Gemeinschaften selbst hergestellt wird. Auch Windkraft und Sonnenenergie können für die Erzeugung von Methan für den Betrieb des Ox herangezogen werden.
Was das Design betrifft, ging es wie immer bei Spirit Design nicht nur um Ästhetik, sondern um visuelle Kommunikation, wie Managing Partner Daniel Huber erklärt: „In diesem Fall dient die Formgebung dazu, auf den ersten Blick das Prinzip der Einfachheit zu kommunizieren, das dem Projekt zugrundeliegt. Das Produkt soll ja für möglichst viele Bauern erschwinglich sein, und das sollen sie auch an der Formensprache erkennen.“ Ihm gehe es in erster Linie um das Prinzip des Rightsizing, erklärt Huber weiter. Das bedeutet, ein Produkt so zu konzipieren, dass es möglichst einfach zu produzieren, zu betreiben und zu warten bzw. reparieren ist. Spirit Design plant in diesem Zusammenhang eine Art Baukastensystem für den Ox.

Hohes Marktpotenzial

Laut Mag. Georg Wagner, Managing Partner bei Spirit Design, sprechen mehrere Faktoren für das große Marktpotenzial des Fahrzeuges: „In zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern fallen derzeit zwei Faktoren zusammen: hohes Wirtschaftswachstum einerseits und geringer Maschineneinsatz im landwirtschaftlichen Sektor andererseits. Dies sind vor allem Indien, Brasilien und China sowie manche afrikanischen Länder. Für diese Rahmenbedingungen liefert der Ox genau die richtige Lösung und hat somit echtes Zukunftspotenzial. Dazu kommt das stetige Wachstum bei Mikrokredit-Modellen, wodurch die Finanzierung für die Bauern erleichtert wird.“


In die Entwicklung des Antriebskonzeptes involviert sind das Institut für Verbrennungskraftmaschinen an der TU Wien, Prof. Bernhard Geringer, für das Thema Biogas das Department für Nachhaltige Agrarsysteme an der Universität für Bodenkultur, a.o. Prof. Dr. Thomas Amon sowie die Arge EcoIn.


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