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Georg Wagner spricht beim Forum Alpbach

10.09.2011

Auf Einladung von EcoPlus, der Wirtschaftsagentur des Landes Niederösterreich, referiert Georg Wagner zum Thema „Designinnovationen für die ‚neuen‘ Alten“ beim diesjährigen Forum Alpbach.

Wer früher schon als alt gegolten hat, fällt unter heute „Best Ager“. Körperliche Gebrechen können immer besser vermieden oder geheilt werden, und die kosmetische Medizin macht heute immerhin scheinbar wahr, was früher der Jungbrunnen bestenfalls versprechen konnte. Dazu kommt die vergleichsweise hohe Technikaffinität der Menschen in der zweiten Lebenshälfte: Sie sind mit den Errungenschaften der Computertechnik und Telekommunikation aufgewachsen, haben deren Entwicklung teilweise sogar selbst mitgeprägt. Der Lebensstil der älteren Generation hat sich dem entsprechend verändert: Aktivität im beruflichen, geistigen, sportlichen und sozialen Sinne ist an die Stelle von Lethargie und Rückzug getreten.

Das bedeutet aber nicht, dass ältere Menschen die selben Anforderungen an Produkte stellen wie junge. Die Generation ab 50 hat nämlich aufgrund ihres durchschnittlich hohen Lebensstandard und eines gewissen Erfahrungsschatzes einen höheren Qualitätsanspruch: Überflüssiger Schnick-Schnack, den junge Leute vielfach noch als cool wahrnehmen, wird von den neuen Alten als zweckfremd abgelehnt. Diese wollen Klarheit und Reduktion auf das Wesentliche bei größtmöglicher Funktionalität sowie Material- und Verarbeitungsqualität. In vielen Fällen kommt noch der Faktor Ökologie hinzu: Das Bildungsniveau und der Wohlstand in den Industrienationen haben dazu geführt, dass immer mehr ältere Menschen jene Angebote bevorzugen, die den Anforderungen nachhaltigen Wirtschaftens entsprechen.

Die Wirtschaft tut gut daran, die Bedürfnisse der New Agers zu berücksichtigen: Die Generation im Alter von 50 bis 59 verfügt in Österreich über die größte Kaufkraft aller Altersgruppen. Konkret stemmen die drei Millionen Menschen der Generation 50 plus ein Kaufkraftvolumen von 68 Mrd. Euro, was 44,3 Prozent der heimischen Konsumleistung entspricht. Mit 24.300 Euro haben die 50- bis 59-Jährigen folgerichtig auch das größte durchschnittliche Einkaufsbudget. Ihre durchschnittliche Kaufkraft ist um 33 Prozent höher als jene aller Altersgruppen, die 18.300 Euro beträgt.

Georg Wagner wird in seinem Vortrag auf zwei Designentwicklungen von Spirit Design eingehen, die den beschriebenen Anforderungen älterer Zielgruppen entsprechen: der Hochgeschwindigkeitszug ÖBB railjet und ein Festnetztelefon des US-Unternehmens Walker Equipment. Beide beziehen ihre ästhetische Qualität aus einer formalen Reduktion auf das Wesentliche, bieten aber gleichzeitig ein Höchstmaß an Funktionalität und Komfort. Dazu kommt ein vernünftiger Umgang mit Ressourcen in der Materialwahl und Produktausstattung.

Das Forum Alpbach findet dieses Jahr von 18. August bis 3. September statt. Georg Wagners Referat am 26. August bildet einen Teil der Technologiegespräche (25. bis 27. August).